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Minneburg (Infotafel 2018)

Minneburg (Neunkirchen)
Beschreibung der Burganlage
Standort: Vorburg (49.39663,009.06441)
Burgenlandschaft (digitalisiert 2020) ⇒ PDF


Die Minneburg

Die Minneburg 1604. Öl auf Holz, Philipp Helderhof (Heimatmuseum Neunkirchen)
Die Minneburg im Modell im Heimatmuseum Neunkirchen. Foto: Burglandschaft
Die Minneburg aus der Vogelperspektive. Foto: Pictown GmbH, Projekt: Watch-my-city

Mit ihrem poetischen Namen und der in weiten Teilen sehr gut erhaltenen Bausubstanz zählt die Minneburg zu den herausragenden Burgen entlang des Neckars. Auf einem Bergsporn des „Schlossberges“ thront die Befestigung rund 110 m über dem Tal. Damit liegt sie deutlich höher als die meisten anderen Burgen am Neckar.

Die Ursprünge der Minneburg sind urkundlich nicht klar. Man kann davon ausgehen, dass es sich um eine Gründung der späten Staufer-zeit (1. Hälfte 13. Jahrhundert) handelt mit der Funktion, die Verkehrs-wege entlang des Flusses zu sichern. Die erste urkundliche Erwäh-nung der Burg ist erst für das Jahr 1338, damals im Besitz der Rüdt von Collenberg, belegt. Bereits 11 Jahre später wurde sie an Pfalzgraf Ruprecht I. verkauft, der sie wiederum an verschiedene Niederadlige verpfändete. 1518 gelangte die Minneburg als Erblehen an den Hei-delberger Vogt Wilhelm von Habern, der sie erweitern und ausbauen ließ. 1566 wurde sie kurpfälzische Kellerei. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie nach einer Belagerung durch bayerische Truppen 1622 als-bald aufgegeben und nur noch in dessen Spätphase von geflüchteten Zivilisten als Unterschlupf genutzt. Ab 1656 erfolgte der Teilabbruch der ruinösen Burg. Heute befindet sich die Burg im Eigentum des Landes Baden-Württemberg.

Plan der Burganlage (2018)

Von der ursprünglichen stauferzeitlichen Kernburg (rot) sind heute noch der untere Teil des Bergfrieds (21) und das gegenüberliegende Wohngebäude (18), später als Küchentrakt genutzt, erhalten. Erst im Zuge des Ausbaues am Anfang des 16. Jahrhunderts (grün) wurde der imposante Palas (16) aus einem Vorgängerbau aufgestockt und in die Ringmauer der Hauptburg integriert. Durch die Zwingermauer mit den drei runden Geschütztürmen (13, 14, 15) erhielt die Anlage zudem festungsartigen Charakter. Ein tiefer Halsgraben (1) trennt sie vom Berg ab. Den Zugang zur Burg ermöglichte damals wie heute eine Brücke über den Burggraben (3, 4). Durch ein breites Tor, im Osten von einem bastionsartigen Schalenturm flankiert (5, 6), gelangt man in die einst dicht bebaute Vorburg (7, 8). Von hier sind der Zwingerbereich (12) und die Kernburg über eine Rampe (11) zu erreichen.

info-tafel/neunkirchen/minneburg2018.txt · Zuletzt geändert: 2020/02/17 16:37 von scheuerbrandt